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Archiv für den Monat Juli 2012

* 24.04.1986 in Werl

2012 Bachelor of Arts in Art and Mediadesign / Bergische Universität Wuppertal

Die Malerei von Hendrik Kretschmer bewegt sich zwischen präziser Figuration und Abstraktion. Oberflächen sind für ihn dabei von größtem Interesse. Eine Kombination aus unkontrolliertem und kontrolliertem „Schütten“ verschiedenster Materialien führt Lacke, Öle, Farben und Wasser auf einem Bildgrund zusammen. Der Trocknungsprozess verrät erst nach mehreren Tagen, was aus entstanden ist. Ein wichtiger Aspekt bei dieser Vorgehensweise ist das Zulassen des Zufalls und somit das Akzeptieren der entstehenden Farbflächen als Grundlage für das weitere Arbeiten. Im inhaltlichen Fokus der Arbeit steht eine intensive Auseinandersetzung mit gebautem Raum.

Utopische, absurde und verschachtelte Architekturkonstellationen dienen der Inspiration, inzwischen kommen auch Aufnahmen aus Google Earth hinzu. Die architektonischen Fundstücke werden collage artig zu neuen Konstrukten verschmolzen. Die Collage erlaubt dabei die Verlassenheit der unbesiedelten Orte deutlich zu überspitzen. Hendrik Kretschmer teilt damit das uralte Interesse der Menschen für Ruinen, die Faszination für etwas, was einst genutzt und nun verfallen nur noch um seiner Selbst Willen existiert. Die höchst präzise gesetzten Häuserfronten stehen im Gegensatz zu dem nahezu unkontrollierten Hintergrund. Besonders dieser scheinbare Widerspruch zwischen der enorm geplanten, rechtwinkligen und fast grafischen Ausarbeitung der Häuserfronten und dem Verlassen- und Verfallensein der verschachtelten Ruinen vor dem nicht eindeutig zu verortenden Hintergrund wirkt dabei auf den Betrachter gleichzeitig interessant und beunruhigend.